... und die Schatten der Vergangenheit:

In einem Kreis der sich schließt, ist das Ende der Anfang - und der Anfang das Ende.
Deshalb beginne ich am Schluss des Kreises wo Anfang und Ende, oder Ende und Anfang sich berühren. Es ist das Ende sprach die Raupe, es ist der Anfang sprach der Schmetterling. Die Gegensätze können nicht größer sein, als die Thora und eine Historie des Panzerregimentes 35. Und doch schließt sich mit den Resten der Thora nach über sieben Jahrzehnten ein Kreis. Der Schlusspunkt ist die Chance für einen neuen Anfang. Im Gegensatz zu mir, gibt es einen Menschen, der fähig ist diesen Gegensatz aufzulösen. Nicht nur aufzulösen, somndern auch noch zu erklären und einen Weg aus diesem so unauflösbaren Gegensatz aufzuzeigen. Das denkwürdige Datum war gestern am 21. Januar 2015. Dr. Bernd Wollschlaeger, der Sohn des "Kriegshelden", Eroberers von Orel und Ritterkreuzträgers Major Artur Wollschläger kam zu mir nach Nürnberg und reichte mir anlässlich der Übergabe der Thora Reste die Hände zur Aussöhnung. Ich nahm diese sehr ernste und wichtige Handlung im Namen der Gefallenen, Vermissten, der Verstorbenen und noch Lebenden vor. Der Vortrag von Dr. Bernd Wollschlaeger am gleichen Tag in Bamberg beinhaltet alles, was ich hier nicht in Worte fassen kann.

Bei der Übergabe der Thora Reste sprach ich in etwa diese Worte zu Dr. Bernd Wollschläger und zu dem Kamerateam aus Tel Aviv:

nach über siebzig Jahren fügt es sich geradezu schicksalshaft,
dass ich im Namen des Panzerregimentes 35,
- dem Regiment Ihres Vaters,
Ihnen die Reste einer Thora Rolle mit der Bitte um Aussöhnung übergebe.
Es hat Jahre und Jahrzehnte gedauert,
bis die Teile der Thora in unseren Besitz gelangt sind.
Die Kameraden IHRES Vaters haben in Russland
die Thora Rollen zu Vergaserdichtungen für ihre Panzermotoren zerschnitten.
Der Werkstattleiter der 3. Kompanie hatte die ursprünglich zwei Rollen
nach Deutschland in Sicherheit gebracht.
Leider wurden in den Kriegswirren der letzten Wochen
diese zwei Thora Rollen fast vernichtet.
Die Reste einer der Thora mögen eine dünne Brücke zwischen Ihnen und dem Panzerregiment 35 sein,
das ich hier letztmalig zu vertreten habe.
Auch über kleine und zerbrechliche Brücken führt ein Pfad...
Lassen Sie uns diesen Pfad gemeinsam gehen und beenden,
denn - ein oft gelesener Satz in den Unterlagen des Regimentes,
nach schwerem Kampfe lautet:
"Das Regiment begibt sich zur Ruhe!"
Ich möchte als letzter Repräsentant dieses Regimentes
anlässlich dieser bedeutungsvollen Übergabe,
das Regiment - sich -zur Ruhe begeben- lassen und meine Tätigkeiten einstellen.
Die wenigen Überlebenden sind jetzt sehr alt, demenz und oft bereits verwirrt.
Die verantwortlichen Protagonisten sind schon lange tot.
Uns bleibt die Aufgabe, um ihr Seelenheil zu bitten.
Über den Gräbern der Opfer, der Täter, der Gefallenen und Verstorbenen,
bitte ich Sie im Namen des Regimentes,letztlich auch im Namen Ihres Vaters,
die Hände zur Aussöhnung zu reichen,
- die Zeit die uns noch verbleibt, für Friedensarbeit zu nützen...
Die Zeit drängt, die Menschen brauchen Frieden.


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